“life is what happens to you, while you are busy making other plans.”*

Die Regenbogentruppe“Die Regenbogentruppe” von Andrea Hirata
Hanser Berlin
ISBN: 978-3-446-24146-6

Es gibt viele Erfolgsgeschichten, die literarisch verarbeitet wurden. Eine davon ist im Januar in Hanser Berlin erschienen. “Die Regenbogentruppe” erzählt davon, wie ein indonesischer Junge aus armen Verhältnissen es schafft, seine Träume zu verwirklichen.

Die Geschichte von Andrea Hirata und seinen Schulfreunden aus Belitung in Indonesien hat mich aus zwei Gründen bewegt. Ich habe einen persönlichen Bezug zu Indonesien. Ich war schon zweimal dort und hatte die Armut mit eigenen Augen gesehen. Denn ich habe nicht nur die Touristengegenden besichtigt, sondern auch die Einheimischen besuchen dürfen. Ich weiß, was es bedeutet, Träume zu haben, sie aber aus Armut nicht verfolgen zu können.
Als Lehrerin, die auch lebend gerne unterrichtet hatte, war es für mich äußerst interessant, über Pak Harfan und Bu Mus zu lesen, beide Lehrer aus Leidenschaft, die an das Noble im Beruf glaubten, die mit aller Macht und all ihren Kräften darum kämpften, ihre Schüler unterrichten zu dürfen, ihnen Bildung zu vermitteln, sie mit Wissbegierde anzustecken.

“Schule bedeutete für ihn Wert und Würde, gelebte Menschlichkeit, sie war Lust am Lernen und Bildung. Das war Pak Harfans Verständnis von Erziehung. Doch das alles konnte nicht zu den Kindern durchdringen, die infolge der Diskriminierung ihr Selbstwertgefühl bereits verloren hatten und durch materielle Dinge verblendet waren.”

Hirata zeigt am Beispiel der Regenbogentruppe, was es bedeutet, arm und gleichzeitig klug und intelligent zu sein. Viele der armen Kinder dürfen nicht lernen, studieren, weil sie arbeiten müssen, um die Familie zu ernähren. Diejenigen, die zur Schule gehen, müssen viele Hürden nehmen. Hirata erzählt beispielsweise von einem Freund, der mit dem Fahrrad 80 km am Tag zurücklegen musste, um am Unterricht teilnehmen zu können. Als sein Fahrrad kaputt ging, bestritt er den Schulweg zu Fuß. Auch das Klassenzimmer ließ zu wünschen übrig.

“Stellt euch einfach alle Widerwärtigkeiten vor, die einer Klasse widerfahren können: ein Dach mit solchen Löchern, dass man im Unterricht die vorüberfliegenden Flugzeuge sehen konnte und Schirme aufspannen musste, wenn es regnete. Ein zu Sand zerbröselter Zementboden, Stürme, bei denen wir fürchten mussten, dass jeden Moment das Schulgebäude über uns zusammenbrechen würde. Und bockige Ziegen, die man morgens aus dem Klassenraum vertreiben musste. Alles das war für uns an der Tagesordnung.”

Andrea Hirata gibt in seinem biographischen Roman einen Einblick in die indonesische Kultur. Manches ist herzzerreißend, einige Episoden sind sehr schön oder unglaublich, andere lustig und mystisch. Der Autor erzählt mit viel Humor und gewisser Melancholie und schreibt über Träume, Liebe und wunderbare Freundschaften. Er schenkt dem Leser wohlige, intensive, auch spannende Lesestunden und regt zum Nachdenken über das eigene Leben an. Das sind auch die Gründe, warum ich Euch “Die Regenbogentruppe” vom Herzen empfehlen möchte. Der Schicksal dieser Jugendlichen wird Euch berühren.

“Die heutige Erziehungssystem sieht Schule nicht mehr, wie sie Pak Harfan sah, der davon überzeugt war, dass Wissen einen Wert an sich darstellt, dass unsere Erziehung eine Pflicht ist, die wir dem Schöpfer gegenüber schuldig sind. Und dass Schule nicht immer mit dem Ziel verbunden sein darf, Titel zu erwerben, Geld zu verdienen und reich zu werden. Vielmehr soll Schule Freude am Lernen schaffen, das Licht der Zivilisation verbreiten, zu Würde und Selbstachtung führen, die Werte der Humanität vermitteln. Aber Schule ist heutzutage nicht mehr der Ort, den Charakter zu bilden, sondern ein Element des kapitalistischen Systems, das darauf ausgerichtet ist, Reichtum und Macht zu erwerben.”

* John Lennon

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Eine magische Zahl

Am vergangenen Wochenende ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen.
Seit ein paar Tagen hat Bibliophilin auf Facebook 500 Fans und inzwischen sind noch welche dazu gekommen.

500

Ich bin so glücklich, überwältigt, dankbar. Es ist sehr schön, dass so viele Menschen schätzen, was ich mache und die meine Liebe zur Literatur mit mir teilen.

Für Eure Treue, Euer Interesse, Eure stillen Besuche und vor allem für anregende Diskussionen möchte ich mich bedanken.

Gerne würde ich Euch eine bisschen Freude schenken. Deswegen verlose ich unter allen Kommentatoren eine Buchhülle, ein Lesezeichen und einen Schlüsselanhänger. Schreibt mir, wie oft Ihr hier vorbei kommt, ob Ihr Fans meiner Facebook Seite seid, was Ihr gerne lest, warum Ihr lest. Oder sagt einfach nur “hallo”. Seid kreativ ;-)

imageAm nächsten Freitag, 24.05.2012, verlose ich unter allen Kommentatoren das bunte Päckchen. Der Gewinner oder die Gewinnerin bekommt die drei blumigen Accessoires zugeschickt. Ich freue mich sehr auf Eure Kommentare. Viel Glück!

Die Teilnahme ist ab dem 18. Lebensjahr möglich; mit der Einverständnis der Eltern gerne auch früher.
 
Beim Gewinn werde ich die Person wegen ihrer Adresse kontaktieren, das heißt, Ihr müsst mir im Moment keine zusätzliche E-Mail schicken. 
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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Von der Kraft der Literatur

Lessmore Cover“Die fliegenden Bücher des Mister Morris Lessmore” Illustrationen von William Joyce, Joe Bluhm, übersetzt von Hardy Krüger jr.
Boje Verlag
ISBN: 978-3-414-82344-1

Im Januar 2012 machte im Internet ein Kurzfilm die Runde. Innerhalb von einigen Tagen haben Hunderttausende von Menschen ”The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore” angeschaut, denn der komplette Film wurde auf Vimeo veröffentlicht.

Ich selbst habe “The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore” einige Male angeschaut, denn die Geschichte um den Bücher und Worte liebenden Mister Lessmore hat mich begeistert. Zudem ist sie wunderschön umgesetzt worden. Es hat mich auch nicht gewundert, als ich erfahren hatte, dass der animierte Kurzfilm mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

Meine Freude war groß, als ich das im Boje Verlag erschienene Bilderbuch “Die fliegenden Bücher des Mister Morris Lessmore” in den Händen halten durfte. Welch ein Erlebnis! Welch eine Freude, die Geschichte von Mister Lessmore immer wieder lesen und die wunderbaren Illustrationen betrachten zu dürfen. William Joyce erzählt in seiner Geschichte von der Macht der Literatur. Er zeigt, dass sie das Leben eines Menschen verändern und wie viel sie einem bedeuten kann.

Lessmore BuecherSehr schön wurde der Film von William Joyce im Bilderbuch umgesetzt, aber ich muss gestehen, dass mich der Film mehr überzeugt, mich mehr bewegt und mein Herz mehr berührt als das Buch. Denn er lebt von all den herausragenden Bildern, die im Buch leider keinen Platz bekomen haben. Nichtsdestotrotz freue ich mich sehr, das wunderschön gestaltete Buch zu haben und ich hoffe, es wird auch eines Tages meiner Tochter gefallen.

Die herzerwärmende Geschichte wird meiner Meinung nach nicht nur Kindern gefallen, sondern viel mehr erwachsenen Buchliebhabern, deren bibliophile Seele für dieses wahre Schmuckstück schwärmen wird. Das literarische Märchen ist zauberhaft und sehr empfehlenswert.

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“Weil alles vergeht und verloren geht und nur das Geschriebene bleibt.”*

Heute möchte ich Euch zwei Bücher aus dem dtv empfehlen. Beide Romane haben mir äußerst gut gefallen, mir schöne, warme, liebevolle, aber auch spannende Lesestunden geschenkt und mir literarisch gezeigt, wie wertvoll das Leben ist.

Zwar sind die Bücher in ihren Themen unterschiedlich, sie handeln jedoch beide von Liebe, Freundschaft und Familie. Die Umsetzung, die Ideen, die Geschichten, die zwischen den Buchdeckeln erzählt wurden, sind meiner Meinung nach besonders.

*

Gold Chris CleaveChris Cleave habe ich dank seinem Roman “Lieber Osama” kennen und schätzen gelernt. “Little Bee” gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Auch “Gold” habe ich verschlungen und hoffe, dass der Autor weiter schreiben wird. Seine Ideen gefallen mir und seine Bücher überzeugen mich. Er weiß, wie er seine Worte wählen muss, um mich zu begeistern und eine spannende Geschichte zu erzählen, in der alles von Anfang an stimmt und durchdacht ist.

Ich muss zugeben, dass ich eigentlich keine Sport- und Sportlerromane lese. Oft erzählen sie entweder von einem Wettkampf oder einer der Protagonisten wird verletzt und das Buch berichtet vom Heilungsprozess. Am Anfang habe ich ein bisschen befürchtet, dass Cleave auch einen ähnlichen Roman geschrieben hat. Glücklicherweise hat mich der Autor vom Gegenteil überzeugt. Er hat einen sehr menschlichen Familienroman geschrieben, der auch viel Herzschmerz beinhaltet, aber nie kitschig wird. Er erzählt eine verzwickte Geschichte und ich bin froh, dass er es schafft, sie mit viel Gefühl und tollen Ideen zu erzählen, so dass die 400 Seiten viel zu schnell gelesen sind und man sich wünscht, die Protagonisten weiter begleiten zu dürfen. Die spannenden Beschreibungen nahmen mir beim Lesen den Atem. Und ich fühlte mich, als würde ich ein Rennen fahren, wie die Protagonisten. “Gold” ist spannend und adrenalingeladen bis ins Äußerste.

Chris Cleave “Gold”, dtv, ISBN: 978-3-423-24958-4

*

Die Welt auf dem Kopf“Meine Eltern haben mir jede Menge Märchen erzählt und mit mir Kinderreime geübt. Die Märchen haben mir gefallen, weil sie immer ein gutes Ende haben, und die Kinderreime, weil dort alles auf dem Kopf steht und trotzdem alle zufrieden sind. Was ist das für eine Kindheit, wenn man ohne Märchen und Kinderreime aufwächst?”

Milena Agus neuster Roman “Die Welt auf dem Kopf” ist gleichzeitig der erste der Autorin, den ich gelesen habe. Dieses Buch ist ein Beispiel dafür, dass es sich lohnt, zu einem Buch zweimal zu greifen. Denn nachdem ich es vor einiger Zeit angefangen hatte zu lesen und mich mit den Protagonisten nicht wirklich anfreunden konnte, legte ich es zur Seite. Vor einiger Zeit griff ich erneut zum Buch und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Ich war in der richtigen Stimmung,  um mich in die schräge und liebevolle Geschichte und die Bewohner des Hauses in Cagliari zu verlieben. In dem erwähnten Haus prallen verschiedene Welten aufeinander und die Liebe und das Verliebtsein verbindet alle miteinander. Blauäugigkeit, Hass, Eifersucht, und die ständig schwirrende Angst, verlassen zu werden, zu sterben und auch der Gedanke an Selbstmord begleiten die Protagonisten durch ihre Tage. Die Autorin erzählt in ihrem schönen Roman davon, wie sehr die Kinder darunter leiden, wenn ihre Eltern psychisch krank werden oder Selbstmord begehen. Sie setzt sich damit auseinander, was es bedeutet “normal” zu sein.

“Letztendlich hängt es doch von einem selbst ab, ob wir etwas als unnormal empfinden.”

Das Ende des Buches ist einzigartig, ganz anders, als alles, was ich bis jetzt gelesen habe. Die Idee hat mich vollkommen begeistert. Nur möchte ich sie Euch ungern verraten, denn die Geschichte lebt davon, so dass es sich auf jeden Fall lohnt, die 200 Seiten zu lesen, sie zu genießen. “Die Welt auf dem Kopf” wird nicht der letzte Roman von Milena Agus bleiben, den ich lesen werde.

>>Warum schreibst du?<<
>>Weil alles vergeht und verloren geht und nur das Geschriebene bleibt.<<

* Milena Agus “Die Welt auf dem Kopf”, dtv, ISBN: 978-3-423-28013-6
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Nataša Dragnić “Immer wieder das Meer”

Vor einiger Zeit hatte ich nach einer Gastrezensentin für den neuen Roman von Nataša Dragnić “Immer wieder das Meer” gesucht, da ich zwei Exemplare dieses Buches hatte. Das Buch machte sich ziemlich bald auf die Reise nach Potsdam und wurde von Marapaya gelesen. Nun erreichte mich ihre Rezension und ich möchte sie Euch nicht vorenthalten. Ich freue mich über eine neue Stimme auf meinem Blog, und hoffe, liebe Astrid, dass Du öfters für www.bibliophilin.de rezensieren wirst.

Immer wieder das Meer

Ein ganz berühmter Satz der Weltliteratur geisterte mir während der Lektüre von Nataša Dragnićs neuem Roman immer wieder durch den Kopf: Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre eigene Art.

Für die Alessis beginnt das Unglücklichsein ganz schleichend, fast unmerklich. Zu Beginn des Romans sind sie eine herzliche Familie, die im Beisammensein das Glück empfindet. Die drei Schwestern sind sich sehr zugetan und doch grundverschieden. Die Eltern streng und liebevoll. Das Meer ist ihrer aller Heimat und Zuflucht, auch wenn die Mutter eigentlich aus München stammt und kein italienisches Blut durch ihre Adern fließt. Während Erika das erste leichte Zittern ihrer Hand bemerkt, begegnet der ältesten Tochter Roberta im Urlaub mit dem Verlobten die große Liebe. Die Verlobung ist schnell gelöst, doch die neue Liebe zu dem Dichter Alessandro ist kompliziert und kräftezehrend für die junge Medizinstudentin. Alessandro nimmt sich viel Zeit für sich und seine Gedichte. Roberta liebt und wartet ihre gesamte Studienzeit, bis sie schließlich eine Entscheidung trifft, die Alessandro aus ihrer Zukunft ausschließen soll und plötzlich kommen Dinge ins Rollen, die das Familienglück nachhaltig beeinträchtigen werden. Die Schwestern Roberta, Lucia und Nannina entdecken sich als Konkurrentinnen, verzehren sich nach dem selben Mann und suchen jede auf ihre eigene Art nach Halt und Geborgenheit im Leben. Die Eltern können nur ohnmächtig daneben stehen, begreifen ihre Mädchen längst nicht mehr und sind ganz mit eigenen Problemen ausgefüllt, die immer existenzieller für sie werden. Erika erkrankt an Parkinson, die Krankheit schreitet schwer und schnell voran. Niccoló will die Familie zusammenhalten und ignoriert stoisch eigene Befindlichkeiten. Am Ende heiratet eine der Schwestern den Dichter Alessandro, aber wird sie ganz allein ohne die Familie zum Altar schreiten müssen?

Nataša Dragnić wandert mit uns Lesern durch die vergangenen drei Jahrzehnte und über Länder und Kontinente hinweg. Chronologisch erzählt sie von der ersten Begegnung Robertas mit Alessandro bis zur Hochzeit desselben mit einer der Schwestern. Der Blick der Autorin ruht dabei abwechselnd auf jedem einzelnen Familienmitglied. So lernen wir die unterschiedlichen Schwestern und ihre Eltern gut kennen. Die übrigen Figuren des Romans erschließen sich nur über die Blickwinkel der Familie Alessi. So sehr es uns Leser auch interessieren würde – Alessandros eigene Ansichten zur Liebe und zu seinen Beziehungen erfahren wir leider nicht erster Hand aus der Erzählersicht. Warum er sich letztlich auf alle Schwestern einließ, bleibt den dreien und damit auch uns Lesern verborgen.
Doch es gibt auch noch eine andere Stimme im Roman. Eine Ich-Erzählerin, die von einer nahen Vergangenheit erzählt und uns eine Gegenwart beschreibt, in der sie Alessandro Lang heiraten wird. Sie erzählt poetisch verdichtet von ihrem persönlichen Schmerz, von Verlust und Trauer, und von der Hoffnung auf eine glückliche Familie. Ihre Stimme ließ in mir Tolstojs bekannten Satz anklingen und erahnen, wie dicht Glück und Unglück in einer Familie zusammen hängen können.

Immer wieder das Meer

Nataša Dragnić “Immer wieder das Meer”; DVA; ISBN: 978-3-421-04582-9

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Blogger schenken Lesefreude – die Gewinnerinnen

Blogger schenken LesefreudeIhr Lieben,

vielen Dank für Eure Kommentare unter meinem Gewinnspiel zu “Blogger schenken Lesefreude” und die tollen Buchtipps. Viele der genannten Bücher kenne ich – ich habe sie gelesen oder von ihnen gehört. Einige von Euch haben aber auch Titel erwähnt, auf die ich nun gespannt bin, da ich sie noch nicht gekannt habe.

Leider kann ich nicht jedem von Euch den Wunsch erfüllen, eines der von mir angebotenen Bücher zu gewinnen.

Ich habe meine kleine Glücksfee heute gebeten, dass sie mit ihren Händchen in zwei Lostöpfe greift. Und ich darf nun die zwei Gewinnerinnen nennen:

Über “Die Rache der glücklichen Mannes” darf sich JULE aus Braunschweig freuen.

Welttag des Buches

Das Überraschungsbuch bekommt MILA.

Ueberraschungsbuch

Herzlichen Glückwunsch! Ich hoffe, Ihr werdet viel Spaß mit den Büchern haben.

*

Weil mir die Verlosung und Eure Kommentare so viel Spaß gemacht haben, plane ich bereits ein weiteres Gewinnspiel. Seid also nicht traurig, wenn Ihr heute bei mir nicht gewonnen habt. Seid eher freudig gespannt :-)

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“Die besten Geschichten vom Leben unter Kindern.”

Vor einiger Zeit habe ich eine Gastrezensentin für die Geschichten von Doris Knecht gesucht. Gestern erreichte mich Sonjas Leseeindruck, den ich Euch präsentieren möchte. Vielen Dank, liebe Sonja, dass Du Deine Meinung zum Buch mit uns teilst.

Man kriegt so viel zurueck

Doris Knecht: Man kriegt so viel zurück.
Die besten Geschichten vom Leben unter Kindern.
Rowohl Verlag
ISBN: 978-3-499-25954-8

Die Autorin hat zum Trost für geplagte Eltern unterhaltsame Ereignisschilderungen wunderhübsch schriftlich dekoriert, gesammelt und aufgeschrieben. Wie man nicht untergeht im mühseligen, müde machenden Alltag, wie man Frau und Paar bleibt, an Stöckelschuhen und intellektuellem Leben weiterhin interessiert und teilnehmend sich zeigt..

Zitat: “Es geht darum, das Leben mit Kindern in eine Beziehung zum anderen Leben zu stellen, denn zwischen dem einen und dem anderen gibt es, das weiß ich jetzt, bedauerlich wenig Interaktion. Parallelgesellschaften, wenn man so will. Im Unterschied zu früher bin ich jetzt auch der Ansicht, dass dem Leben mit Kindern nicht nur der Vorzug zu geben, sondern auch eine Bevorzugung einzuräumen sei, weil ich jetzt weiß, wie beschwerlich das Leben mit Kindern sein kann, technisch gesehen … Aber von Müttern wird, das irritiert mich etwas, stets erwartet, dass sie vor Glück und lustigen Kinderanekdoten nur so übersprudeln, und sonst bitte gusch. Oder wenigstens sollte man so schadenfroh über sie ablachen können wie über die „Desparate Housewives“ aus dieser Scheißserie. Eine wahrheitsliebende Schweizer Miss hat kürzlich in einem Interview über ihren kleinen Sohn gesagt, er gehe ihr von Zeit zu Zeit auf den Zeiger, dafür kriegte sie so auf den Deckel, dass sie hinterher in 99 Interviews versichern musste, wie sehrsehrsehr sie ihren Sohn übrigens liebe. Hier ist es ähnlich.“

Ich liebe Bücher, bei deren Lektüre mir laute Lacher entweichen. Das war bei diesem Buch häufig der Fall. Habe in verschiedenen Situationen darin gelesen. Abends vor dem Einschlafen, zwischendurch beim Pellkartoffeln kochen oder auch in einem Wartezimmer. Dort lache ich leise schmunzelig.

Im Nachhinein bezüglich meiner Zeit als Mutter von drei kleinen Kindern konnte ich diese manchmal auch tragisch- komischen kleinen Artikel nachfühlend genießen, so richtig gemütlich.

Am besten gefiel mir, dass hier keine Blätter vor den Muttermund genommen werden. Babykacke, Spielplatzgrauslichkeiten, Konkurrenzgebaren, Nutellaverbote, Schulangst, Mutter-Kind-Nachmittage in absolutem Chaos, Mädchen, die partout Buben sein wollen, Deppertgewordensein durch zu langes Stillen, Genießen, wenn die Zwillingsmädchen- die Mimis genannt- mal bei Oma und Opa sind…

Klappentext:
Kann ich die umtauschen?
In ihren Kolumnen berichtet Doris Knecht schonungslos ehrlich und mit sehr viel Humor von den Schlachtfeldern des Alltags und sucht nach Antworten auf die wichtigsten Fragen des Familienlebens: Wie hat man Kinder und bleibt trotzdem Mensch oder so was in der Art? Was wurde eigentlich aus meinem Gehirn? Gibt es ein Leben neben dem Leben mit Kindern? Kann es je wieder wie früher sein? Aber wozu? Sowie: Wo bin ich hier? Was habe ich getan? Und: Warum hat mir das keiner früher gesagt?

* * *

Sonja hat bereits andere Bücher für Bibliophilin rezensiert:
“Macht euch keine Sorgen. Neun Heimsuchungen.” Lydia Mischkulnig
Gabriele Wohmann “Wann kommt die Liebe”
„Aus nächster Nähe“ Kriminalroman von Mary Stanley

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UNESCO-Welttag des Buches

Unter dem Motto “Blog den Welttag des Buches – Blogger schenken Lesefreude!” haben zwei Bloggerinnen Dagmar und Christina dazu aufgerufen, den Welttag des Buches gemeinsam zu feiern. Heute verschenken und verlosen über tausend Blogger auf ihren Internetseiten Bücher, um den Lesern Freude zu schenken.

Ich möchte diese Chance ergreifen und zwei Bücher verlosen.

Hinter den humoristischen Geschichten von Arto Paasilinna steckt viel Lebensweisheit und Gesellschaftskritik. Zudem sind sie äußerst unterhaltsam. Ich hoffe, jemanden mit “Die Rache des glücklichen Mannes” zum Lachen zu bringen und ihm viel Freude zu schenken.

Zusätzlich möchte ich ein Überraschungsbuch verlosen.

Um an der Verlosung teilzunehmen, kommentiert diesen Beitrag und schreibt mir, welches Buch ich unbedingt gelesen haben sollte?

Da Ihr jeweils nur ein Buch gewinnen könnt, schreibt in Eurem Kommentar, welches Ihr gerne gewinnen würdet – das Überraschungsbuch oder “Die Rache des glücklichen Mannes”. Selbstverständlich dürft Ihr Euch um beide Romane bewerben.

Am 30.04. werden die Gewinner ausgelost. Ich freue mich auf Eure Kommentare und bin sehr gespannt, welche Titel hier erwähnt werden. Viel Glück!

Habt einen schönen und buchigen Welttag des Buches!

Die Teilnahme ist ab dem 18. Lebensjahr möglich; mit der Einverständnis der Eltern gerne auch früher.
Ich versende Bücher nach Deutschland. Trotzdem dürft Ihr mitmachen, wenn Ihr in der Schweiz oder in Österreich wohnt. In diesem Fall verpflichtet Ihr Euch bei einem Gewinn, die Portokosten zu übernehmen.
Beim Gewinn werde ich die Person wegen ihrer Adresse kontaktieren, das heißt, Ihr müsst mir im Moment keine zusätzliche E-Mail schicken. 
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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nur eine Meinung

Ich werde Euch heute keine ausführliche Rezension bieten, sondern nur eine kurze Meinung zu einem Buch, das mich nicht begeistern konnte. Ich möchte allerdings keinen Verriss schreiben, denn darin bin ich nicht gut. Hätte ich jedoch den unten erwähnten Roman nicht für eine Leserunde gelesen, hätte ich ihn abgebrochen.

Elisabeth Rank erzählt in ihrem Roman “Bist du noch wach?” von einem Lebensabschnitt, Reas Lebensabschnitt. Ich bin jedoch mit der Protagonistin nicht warm geworden. Sie hat mich genervt. Sie ist mir sehr unsympathisch gewesen, gefangen in ihrem Alltag und ihrer Traurigkeit. Ich hätte mir gewünscht, dass sie doch mal sieht, dass sie eigentlich ein gutes Leben führen darf. Ranks Roman ist sehr melancholisch. Ein Buch, das wohl die Generation der Dreißigjährigen darstellen soll, die keine eigene Familie mit Mann/Frau und Kind haben, in WGs leben, auf Partys gehen, einen guten Job haben, Urlaub machen können, wann und wo sie wollen. Wenn sie keine Lust mehr haben, fliehen sie. Sie verlieren sich in Traurigkeit und unerfüllter Liebe, oft erkennen sie die Liebe einfach nicht, wissen nicht, was sie bedeutet. Da ich ein bisschen über 30 bin und eine eigene Familie habe, denke ich inzwischen, dass mich das Buch nicht angesprochen hat, weil ich eben nicht zum Zielpublikum gehöre.

Elisabeth spricht Dinge an, erwähnt manches, was sie dann aber nicht weiter verfolgt. Der Sinn mancher Szenen hat sich mir bis zum Ende der Lektüre nicht erschlossen und ich habe nicht verstanden, warum die Autorin darüber schreibt.

Die Sprache, die mir am Anfang sehr gut gefallen hat, wirkt mit der Zeit konstruiert, und die Bilder, die Rank mit ihrer Sprache malen will, überzeugen mich nicht.

“Ich weiß nur, und das sehr genau, dass es nach fünf Jahren auf einmal sehr still ist. So still, dass sich mein Herz ungestraft auf die Raufasertapete setzen und einen Mambo tanzen kann, einmal durch den Raum und wieder zurück.”

Auch wenn mich Reas Geschichte nicht begeistern konnte, so wünsche ich Elisabeth viel Erfolg für ihren Roman. Es gibt viele Leser, die von dem Buch begeistert sind und das finde ich schlussendlich so toll an Literatur – dass es viele verschiedene Geschmäcker gibt und dass bekanntlich jedes Buch seine Leser findet. Ich werde mich nun weiter der Suche nach meinen persönlichen literarischen Perlen widmen.

“Bist du noch wach?” von Elisabeth Rank, Berlin Verlag, ISBN: 9783827010957

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“Wie das Blut, das durch unsere Adern fließt, wohnen die Erinnerungen tief in uns: Hieroglyphen gleich sind sie in unsere Seele geschnitzt.”

“Jakobs Mantel” von Eva Weaver
Droemer Verlag
ISBN: 978-3-426-19963-3

Es gibt viele Bücher, die sich mit dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen, vom Holocaust und der Schuld der Mitläufer erzählen, über den menschlichen Überlebenskampf berichten. Ich habe mich früher sehr für die erwähnten Themen interessiert und auch viele Bücher – sowohl Romane als auch Sachbücher – gelesen: erschreckende Zeugnisse des Grauens, Lebensgeschichten, Überlebensberichte, Tagebücher, Jugendbücher. Ehrlich gesagt, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass mich noch Bücher über diese schreckliche Zeit beeindrucken würden, da ich so viel darüber gelesen habe.

Meine Überraschung war dementsprechend groß, als ich “Jakobs Mantel” von Eva Weaver in den Händen hielt. Denn die Autorin hat mich mit der von ihr erzählten Geschichte um den kleinen Finger gewickelt, mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Der warschauer Puppenspieler Mika und seine herzzerreißende, aber extrem mutige und ungewöhnliche Geschichte, haben mein Herz erobert. Mir klarer und sehr intensiver Sprache erzählt die Autorin von Mikas Werdegang, seinem schmerzhaften aber auch letztendlich hoffnungsvollen Schicksal.

Mit seinem Puppentheater unterhält Mika kranke Kinder und Waisen, um die sich unter anderem der berühmte Pädagoge Janusz Korczak kümmert. Seine Machtlosigkeit bereitet ihm jedoch Kopfzerbrechen, bis ihm klar wird, dass er mit seinen Puppen vielen Menschen hilft. Trotzdem zweifelt er oft.

“>>Was du tust, ist von großem Wert. Hast du sie nicht lachen sehen?<<
>>Ja, das stimmt, aber was nützt Lachen schon? Davon wird man nicht satt, oder? Vielleicht sollten wir kämpfen, uns Gewehre besorgen und sie alle erschießen.<<”

Gleichzeitig fühlt sich Mika seinen Freunden, seiner Familie, den Juden gegenüber schuldig, weil er für die deutschen Soldaten spielt.

“Welche Hilfe war ich mit meinen dummen Puppenstücken? Sollte ich nicht besser in einer der Suppenküchen stehen und etwas nützliches tun?”

Nach dem Ende des Krieges wendet sich das Blatt. Eva Weaver erzählt schonungslos davon, welcher Schicksal die deutschen Soldaten ereilte. Sie werden in Sibirien interniert und genauso schlecht behandelt, wie sie ihre Gefangenen behandelt haben. Viele sind in Sibirien gestorben, erfroren, verhungert, wenige konnten fliehen. Plötzlich geraten die Gefühle durcheinander. Denn gerade hat man den Soldaten noch den Tod gewünscht, um jetzt mit ihnen Mitleid zu haben.

Es ist die Frage nach der Schuld, mit der sich die Autorin in ihrem herausragenden Debüt beschäftigt. Wer ist für was verantwortlich gewesen? Wer hat welches Verbrechen warum begangen? Zwischen den Zeilen stellt Weaver viele Fragen, die man auch sich selbst stellen könnte, um möglicherweise überrascht zu werden, wie man sie beantwortet. Nachdenken, reflektieren, überlegen, wie man selbst in beschriebenen Situationen handeln würde – “Jakobs Mantel” hilft einem dabei.

“So viele waren einfach nur Mitläufer, die Hitlers Bauten, seinen Reden und seinem Krieg Beifall spendeten. Viele nannten sich nicht mal Nazis, und vielleicht stimmt es ja, dass sie nicht wirklich wussten, was mit den Juden geschah. Sie hielten sich für nette, zivilisierte Bürger, aber waren sie nicht auch Mittäter? Haben sie die Todesmaschine nicht unterstützt, indem sie stumm blieben und die dummen Lieder mitsangen? Wie konnten sie übersehen, dass ihre jüdischen Nachbarn nachts abgeholt wurden, dass die jüdischen Ladenbesitzer, ihre Kollegen und Freunde verschwanden?”

Weaver stellt mit feinen Nuancen eine Welt dar, die in Erinnerung weniger Menschen, die das Grauen erlebt und überlebt haben, noch präsent ist. Irgendwann wird es diese Menschen leider nicht mehr geben, dann bleiben uns nur die geschriebenen Worte der Töchter und Söhne, der Enkelkinder, denen man zuhören sollte, um sich bewusst zu werden, wozu Menschen fähig sind. Um nicht zu vergessen.

“Jakobs Mantel” von Eva Weaver möchte und kann ich Euch uneingeschränkt empfehlen!

“Und über allem diese gleichgültige, schreckliche Sonne: Wie konnte sie es wagen, vom Himmel zu brennen, meine Haut zu bräunen und mir die Knochen zu wärmen, nachdem man meine Mutter in einen Viehwagon verfrachtet hat? In der Sommerhitze hatten sie die Menschen weggeschafft. Warum waren sie im Sommer gekommen? Da waren die Tage länger, da konnten sie effektiver arbeiten, und Effizienz war alles für die Deutschen. Wo bist du, Mama?”

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