für diese drei Bücher suche ich Gastrezensenten. Wenn Ihr Interesse habt, eines der Bücher zu lesen und zu rezensieren, schreibt unter diesem Beitrag einen Kommentar, welches Buch und warum Ihr gerne lesen würdet. Sollten sich mehrere für das selbe Buch interessieren, werde ich am Sonntag (20.05.) auslosen.
Ich freue mich auf Eure Kommentare!
P.S. “Der Krähenturm” hätte ich gerne nach erfolgter Rezension zurück.
„Wildwood“ von Colin Meloy
Illustriert von Carson Ellis
Heyne fliegt
ISBN: 978-3-453-26714-5
„Allerdings wird so ein kluges Mädchen wie du sicher begreifen, wie gefährlich es ist, sich in Angelegenheiten einzumischen, die jenseits deines Erfahrungshorizonts liegen. Die Dinge sind selten so einfach, wie sie scheinen.“
Dass ich nicht zum Zielpublikum von „Wildwood“ gehöre, war mir vor der Lektüre des Buches bereits klar. Trotzdem wollte ich diesen wunderschön gestalteten Schmöker lesen, denn manchmal möchte ich mich als Leserin von einem Märchen mitreißen lassen, eine Abenteuergeschichte lesen, die eigentlich für Jugendliche geschrieben wurde. Wer möchte nicht noch mal jung sein?
Mein aufrichtiges Lob gilt vor allem der wunderbaren Aufmachung des Buches und dem hübschen Buchtrailer. Vollkommen begeistert haben mich die Illustrationen von Carson Ellis. Auch die Idee hinter der Geschichte selbst gefällt mir und Meloys Erzählstil möchte ich nichts entgegensetzen.
Nach 600 Seiten bin ich nun davon überzeugt, dass ich wirklich nicht zum Zielpublikum dieses Buches gehöre, obwohl ich mich größtenteils nett unterhalten gefühlt habe.
Nach meiner anfänglichen Begeisterung, dass ich in eine wunderbare Abenteuergeschichte eintauche, die in einem tollen Setting angesiedelt ist, hat sich leider in der zweiten Hälfte des Buches eine gewisse Langeweile in mir ausgebreitet. Fairerweise muss ich aber gestehen, dass es nicht die ganze Zeit so war. Meiner Meinung nach hat der Autor insgesamt zu viele Worte, zu viele Sätze geschrieben, um seine Geschichte zu erzählen. Oft dachte ich, weniger wäre mehr. Manches war zu ausführlich beschrieben, als hätte der Autor ein möglichst dickes Buch schreiben wollen.
Für Kinder und Jugendliche ist „Wildwood“ bestimmt ein tolles und wunderbar bebildertes Lese- oder Vorleseabenteuer. Ab und zu habe ich mir beim Lesen gewünscht, jünger zu sein, um dem Buch gerecht zu werden.
“Wildwood“ ist der erste Band der Wildwood Chroniken, die, wenn sie weiterhin so wunderbar gestaltet werden, sich bestimmt toll in einem Bücherregal präsentieren.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass „Wildwood“ ein gutes Kinder- und Jugendbuch ist, das sein Publikum, das an Märchen interessiert ist, begeistern wird. Auch die Erwachsenen dürften an dem Buch Gefallen finden, nur müssen sie sich auf einige Längen gefasst machen. Wer aber viel Zeit hat und bereits damit rechnet, dem dürften auch die Längen nichts ausmachen und er wird in eine Welt eintauchen, in der Tiere sprechen und Pflanzen lebendiege Wesen sind.
„Die Welt zu verwünschen ist ebenso sinnvoll, wie wenn man eine Knospe zum Blühen zwingen wollte. (…) Es ist besser, in der Gegenwart zu leben. So können wir vielleicht lernen, das Wesen unserer zerbrechlichen Beziehung zu unserer Umwelt zu verstehen.“
Wer mehr über die Chroniken erfahren möchte, der kann gerne die Homepage von Colin Meloy und Carson Ellis besuchen.
“Tausende von Gedanken schwirrten mir durch den Kopf. Aber es gelang mir nicht, sie alle in meinem Kopf zu beherbergen. Um einen hinzuzufügen, musste ich mich von einem anderen trennen, und das konnte ich nicht. Also stampfte ich sie ein, ließ sie ziehen und fing sie wieder ein, machte sie ganz klein und sprang von einem zum anderen wie ein Akrobat – stets in der irrigen Annahme, sie alle auf einmal kontrollieren zu können. Aber das war unmöglich.”
Emil und sein Vater sind von Rumänien nach Italien geflüchtet, um dort ihr Glück zu finden. Leider wurde der Vater ausgewiesen und in Rumänien in ein Gefängnis gesteckt.
“Es tut mir weh, so viel zu verpassen, und zu wissen, dass ich noch viel mehr verpassen werde, weil ich so weit weg bin. Wir sind dazu verurteilt, das, was wir nicht haben oder nicht haben können, am allermeisten zu lieben. Und wenn du dich an die Zuneigung erinnerst, die ich dir und deiner Mutter entgegengebracht habe, als wir noch zusammen waren, wirst du begreifen, dass es auf der ganzen Welt keinen Behälter gibt, der diese Liebe fassen kann, die meinen Körper in letzter Zeit in Form von Tränen verlassen hat.”
Der dreizehnjährige Junge ist in Italien geblieben. Entgegen der Behauptung, dass er mutterseelenallein auf der Welt ist, will er, vor allem sich selbst, beweisen, dass das nicht stimmt und läuft weg, um seinen Großvater zu suchen, der gerade als Künstler in Berlin lebt. Er packt eine Tasche und begibt sich auf eine Reise, die sein bisheriges, junges Leben verändern wird.
Es ist besser, “mit geschlossenen Augen aufzusteigen: Denn wenn man dann fällt, tut es nicht so weh. Man denke nur an Orpheus. Man darf sich nie umdrehen. Abgerechnet wird am Ende.”
Der mutige Außenseiter lässt alles hinter sich und schlägt sich sehr tapfer durch, wobei er oft am Rande der Verzweiflung steht. Auf seinem Weg lernt er jedoch Menschen kennen, die – genau wie er – auf der Suche sind. Auf der Suche nach Beschäftigung oder dem Lebenssinn. Sie helfen ihm, dorthin zu gelangen, wo das Glück auf ihn wartet. Sie helfen ihm, seinen Wunsch zu erfüllen.
Es entwickelt sich eine abenteuerliche Reise, auf der der Leser alles über Emil und seine Freunde, Außenseiter wie er selbst, erfährt. Es wird eine unterhaltsame und wundersame aber auch brutale Reise, eine die den Leser immer wieder nach Luft schnappen oder ihn mit Begeisterung die Seiten umblättern lässt. Schnell schließt man Emil ins Herz und fiebert mit ihm der letzen Seite entgegen, denn die Suche nach dem Opa entpuppt sich als ein Wettlauf gegen die Zeit und man weiß nicht, wer gewinnen wird.
“Emils wundersame Reise” ist eine liebevolle Abenteuergeschichte, der ich viele Leser wünsche. Gedas Buch ist gut geschrieben, spannend und mit vielen interessanten Ideen gespickt, das mir tolle Lesemomente beschert hat und bei dem sich in meinem Herzen immer wieder ein wohliges Gefühl ausgebreitet hat. Nach diesem Debüt weiß ich, dass ich auch gerne Fabio Gedas zweites Buch lesen möchte, das bereits letztes Jahr die Herzen der Leser in Deutschland erobert hat – “Im Meer schwimmen Krokodile”.
“Ich würde gern ein Buch schreiben. Wer schreibt, sieht die Welt stets mit den Augen eines Ästheten.”
“Die Mütter-Mafia” von Kerstin Gier
Lübbe Verlag
ISBN: 978-3-7857-6074-1
Kerstin Gier und “Die Mütter-Mafia” haben mich in den letzten Tagen meiner Schwangerschaft begleitet. Während ich das Buch las, gestaltete sich das Warten auf meine Tochter kurzweilig und unterhaltsam.
Nicht nur die sympathischen Frauen Constanze, die übrigens einen eigenen Blog hat, ihre Freundin Trudi, Mimi, die sich ein Baby wünscht, aber nicht schwanger wird und die Hebamme Anna haben mich zum Lachen gebracht, sondern vor allem die absurden und skurrilen Frauen aus der Mütter-Society, die Supermamis sein möchten, denen aber ihr Image viel wichtiger ist als ihre Kinder. Auf der Verlagshomepage könnt Ihr in das Buch reinlesen. Schon auf den ersten Seiten bekommt Ihr einen guten Eindruck von den Supermamis. Die Frauen führen nämlich ein Internetforum, in dem sie sich über ihren Alltag und über ihre Kinder austauschen. Die Auszüge davon werden vor jedem Kapitel zitiert.
Sollte ich in die Mütter-Society aufgenommen werden, würde ich nicht lange überlegen müssen, ob ich das will. Ich würde aber eigentlich eh die Voraussetzungen nicht erfüllen. Außerdem ist, meiner Meinung nach, die Mitgliedschaft in der Mütter-Society alles andere als erstrebenswert. Wie froh war ich also, dass Constanze, die anfangs unbedingt diesem Bund beitreten wollte, ihre Meinung änderte. Obwohl die Ober- und Supermamis sich ständig engagieren, tun sie das doch eher für sich selbst als für ihre Kinder. Auch sind sie alles andere als angenehm und nett und denken nur an sich selbst und die eigenen Vorteile. Sie sind schwanger, um der Schwangerschafts Willen, sie schicken ihre Kinder zur Frühförderung, um sich selbst besser zu fühlen. Wenn aber ein ernsthaftes Problem auftritt, haben sie keinen Mut, sich für ihre Kinder einzusetzen oder sie verschließen ihre Augen vor Problemen.
“Da vorne kommen Sabine Ziegenweib-Sülzmaul und Frauke Dingenskirchen, Oberdominas der Mütter-Society, angejoggt! Ein bisschen Tempo, wenn ich bitten darf. Die denken ja sonst, hier kommt der Herzschrittmacher-Seniorenclub und nicht die gefürchtete Führungsriege der streng geheimen Mütter-Mafia!”
Damit es also auch den Kindern der Frauen aus der Mütter-Society gut geht, bedarf es einer Mütter-Mafia, die nicht davor zurück schreckt, sich für die Kinder einzusetzen, auch wenn kriminelle Handlungen ausgeübt werden müssen. Einer Mütterverbindung, die auch Hobbitkinder und Frodo Beutlin bei sich aufnimmt. Und all das mit einem Lächeln im Gesicht und viel Wärme, die einem beim Lesen gut tun.
“Die Mütter-Mafia” zeigt auf humorvolle Art und Weise, dass es möglich ist, als Mütter nicht alles perfekt zu machen und trotzdem gesunde und fröhliche Kinder zu haben. Dass es möglich ist, glücklich zu sein, obwohl man gedacht hat, dass einem nichts mehr gelingen wird. Dass man Freunde finden kann, wo man sie am wenigsten vermutet hat und dass die Liebe oft verschlungene Wege geht und um sie zu finden, muss man nur die richtigen Wegweiser beachten.
Und wer schon immer wissen wollte, wie man mit Ebay viel Geld verdient und keine Freundin wie Mimi hat, die darin Spezialistin ist, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
Auch obwohl ich am Anfang ein wenig skeptisch war, ob mir das hollywood-durchtränkte Buch gefallen wird, bin ich vollkommen glücklich und zufrieden, mich auf dieses Abenteuer eingelassen zu haben.
Wunderschön gestaltet ist die ganze Trilogie der Queen der Unterhaltungsliteratur. Ich freue mich nun, “Die Patin” zu lesen und zu erfahren, wie es mit der Mütter-Mafia weiter geht. Vor allem weil mir das Lachen gut tut und meine Tochter sich mit mir freut, wenn ich entspannt bin und lache.
Da ich inzwischen selbst ein Baby habe, weiß ich nun, was Constanze mit diesen Sätzen gemeint hat. “… man kann keine Kinder kriegen und einfach machen wie vorher, oder? Nicht mal Männer können das.”
Deswegen muss ich Euch jetzt verlassen und zu meinem Kind eilen. Ich empfehle Euch aber noch – schnappt Euch Kerstin Giers Buch! Es lohnt sich.
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Kerstin Gier hat passend zu ihrer Trilogie eine Serie an Produkten entworfen, die Ihr hier anschauen (und kaufen) könnt.
… für eine Gastrezension. Vielen Dank, liebe Svenja, dass Du Deine Eindrücke zu “Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick” mit uns teilst.
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„Oh ja, es gibt Tage, die des Lebens und des Sterbens wert sind“ – Charles Dickens.
Die 17-jährige Hadley soll auf der Hochzeit ihres Vaters Brautjungfer spielen, da sie jedoch den Flieger nach London verpasst, sitzt sie zunächst auf dem überfüllten New Yorker Flughafen fest und kämpft gegen ihre Klaustrophobie an. Vielleicht aber ist es gut, dass sie sich um vier Minuten verspätet hat!? Ob nun Zufall oder Schicksal, sie trifft jedenfalls auf Oliver, einem charmanten, jungen Briten mit dem gleichen Ziel: London. Mit ihm kann sie ganz ungezwungen reden, trotz der Schmetterlinge im Bauch, und sie vertraut sich ihm an, ohne dabei zu merken, dass es Oliver ist, der die Ablenkung viel nötiger hat als sie.
Ihnen bleibt nur eine Fluglänge Zeit – ein Sieben-Stunden-Flug. Diese Zeitspanne kann einem jedoch wie ein ganzes Leben vorkommen, wenn man jung und verliebt ist.
Das wunderschöne, schillernde Cover gibt dem Leser schon einen kleinen Vorgeschmack – die Geschichte ist ganz einfach zauberhaft, sogar „zuckersüß“. Wer nun aber annimmt, dass es sich hier lediglich um eine seichte Liebesgeschichte, geschrieben für Jugendliche, handelt, liegt falsch, vielmehr erwarten den Leser traurige und berührende Szenen, wie auch solche, die (mir) das Herz aufgehen lassen.
Durch die authentische Schilderung von Gedanken und Gesprächen ist es der Autorin gelungen, dass ich mich insbesondere Hadley sehr nahe fühlte. Obwohl Jennifer E. Smith für dieses Buch keine Ich-Perspektive gewählt hat, begleitet der Leser die ganze Zeit über die 17-Jährige – kennt ihre Gedanken, ihre Vergangenheit und ihre Familiensituation. Ich habe mit Hadley gefiebert, mit ihr gelitten und auch – wie sie – die Schmetterlinge im Bauch gefühlt … manchmal wollte ich sie allerdings schütteln und auf den „richtigen Weg“ bringen, doch nicht aus Unverständnis für ihr Handeln, zu nachvollziehbar war ihre innere Abwehrhaltung dem Vater und der Braut gegenüber.
Äußerst realitätsnahe habe ich die beiden Familiengeschichten empfunden, die in „Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick” behandelt werden. Und auch die Romanze selbst – die Gefühle zwischen Hadley und Oliver – finde ich keineswegs kitschig, sondern nur wunderschön! Genau so soll sich die Liebe nämlich anfühlen.
„Keiner von beiden rührt sich, keiner spricht. Sie stehen einfach im Dunkeln und schauen einander an, während die Triebwerke unter ihren Füßen brummen. Ihr kommt der – unmögliche, unwahrscheinliche – Gedanke, dass er sie gleich küssen wird, und sie kommt ihm ein winziges Stück näher, während ihr Herz in der Brust umher hüpft.“
Der Autorin ist es gelungen, ein Kribbeln in meinem Bauch zu verursachen, nicht nur einmal, sondern an ganz unterschiedlichen Stellen im Buch, ich muss daher sagen, dass ich das Lesen wirklich genossen habe. Die Geschichte besticht durch ihre „Einfachheit“, denn Jennifer E. Smith verzichtet auf kitschige, übertrieben romantische Szenen, wie sie in der „normalen Welt“ eh (kaum) vorkommen.
Ab und zu braucht man eine Geschichte, die einen träumen lässt … zugleich aber auf den Boden zurückholt, denn auch „Verlust“ ist ein großes Thema in diesem Buch.
Auf nur 222 Seiten weiß die Autorin zu überzeugen! Und obwohl ich den Titel zunächst eher unpassend fand, habe ich auf den letzten Seiten doch noch verstehen können, wie es zu dieser (absolut passenden) Wahl gekommen ist: „Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick”.
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“Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick” von Jennifer Smith, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-58273-7
„Wir zwei allein“ von Matthias Nawrat
Nagel & Kimche Verlag
ISBN: 978-3-312-00497-3
„Wir sind Verlautbarungen einer Welt, die alle Worte schon verwendet hat.“
Was ist die Wahrheit und was nur eine Einbildung? Was erlebt der fast dreißigjährige Protagonist wirklich und was stellt er sich nur vor? Wer ist er und was will er vom Leben? Wonach sucht er? Eigentlich hat er sich ein eher gemütliches Leben in einer der schönsten Städte Deutschlands aufgebaut. Das Leben in Freiburg mit seinen Studenten und dem Eschholzpark, mit Gemüse aus dem Breisgau und dem wunderschönen Schwarzwald macht den Gemüseverkäufer zufrieden. Die Abende verbringt der gescheiterte Student in seiner Stammkneipe, trinkt Bier und wartet auf Theres, die ihm den Kopf verdreht hat. Theres sitzt immer abseits, in ihrer Gedankenwelt versunken. Sie scheint nicht wirklich da zu sein. Bis sich die beiden kennen lernen und der namenlose Ich-Erzähler sich in sie verliebt. Er wünscht sich nun, dass sie seine Gefühle erwidert und versucht, ihr Herz mit Kürbis und gemeinsamen Fahrten in den Schwarzwald zu erobern.
„Und dann kommt Theres. Sie kommt ganz leise, als ob sie nur ein Luftzug von draußen wäre. Theres erscheint, anders kann man es nicht sagen.“
Matthias Nawrat erzählt diese – eher gewöhnliche – Liebesgeschichte in kurzen Kapiteln. Manchmal weiß der Leser nicht, ob die Episoden nur Einbildungen des Protagonisten sind, oder ob er das alles wirklich erlebt.
„Wie wäre es in einem Café, Theres? Oder in einem Kino an der Kasse? Warum besuchen dich deine Eltern nie? Warum besuchst du sie nie? Soll ich dir Geld leihen? Woher stammst du eigentlich? Wo bist du gewesen? Und hast du Stefano geküsst?“
Ein aufmerksames Lesen und vor allem ein „Zwischen den Zeilen“-Lesen ist sehr von Vorteil. Denn mit „Wir zwei allein“ hat der Autor ein anspruchsvolles und sehr poetisches Debüt vorgelegt, das nicht jedem Leser munden wird. Zwar kann ein schneller Leser das Buch innerhalb von einem Nachmittag durchlesen, er wird es dann aber möglicherweise unzufrieden zur Seite legen. Die sprachlichen Nuancen, die Poesie und viele Metaphern machen das Lesen zu einem besonderen Vergnügen, wenn man sich dafür genug Zeit und Ruhe lässt. Dann jedoch wird man mit einer Geschichte belohnt, die herzzerreißend schön und wehmütig ist.
„Das Leben ist so beschaffen, dass es irgendwann aufhört. Ich werde im nächsten Jahr dreißig, und es gilt, Vorbereitungen zu treffen: Besitz abstoßen, Bekanntschaften einschränken, jede Tätigkeit in Anführungsstriche setzen. Es sind die anderen, die arbeiten, erziehen, sparen. Unsereins sinkt in die Geschichte zurück wie ein Stein. (…) Ich bin das Rückgrat der Nation, das im Schrank hängt und verstaubt. Es gilt, die Gedanken an mich in allen Köpfen auszulöschen. Es gilt, in Vergessenheit zu geraten. (…) In wenigen Jahren wird es so sein, als hätte ich nie gelebt. Es sind die anderen, die mal gelebt haben werden.“
Der Preisträger des diesjährigen Silberschweinpreises, der während der lit.COLOGNE für das beste Debüt vergeben wird, hat ein Buch geschrieben, in dem nichts sicher ist, außer dass es den Schwarzwald gibt, die Dreisam durch Freiburg fließt, dass hier gutes Gemüse wächst und dass die Liebe ihre eigenen Wege geht und unerklärbar ist.
„Hast du schon mal versucht, Wolle zu essen, sagt sie, und das letzte Stück in der Hand zu behalten, so dass du nach dem Klo wie eine Perle aufgefädelt bist, bereit, jemandem um den Hals gehängt zu werden?“
Wer sich an das Buch wagt, dem sei empfohlen, sich den kleinen Ratgeber zum Großwerden genauer anzuschauen, den man auf Seite 96 findet. Es ist ein toller, demütiger Text, aus dem man unter anderem erfährt, dass „das Entscheidende am Großwerden, ist das Kleinwerden.“
Matthias Nawrat hat mit „Wir zwei allein“ ein literarisch starkes Debüt vorgelegt, anspruchsvoll und absolut empfehlenswert; ein Buch, das den Leser herausfordert und durch sein offenes Ende viele Interpretationsmöglichkeiten erlaubt.
… und eine literarische Empfehlung, die keiner Rezension bedarf, denn in der Buchreihe, die von Thursday Next handelt, stimmt einfach alles. Lest rein und überzeugt Euch selbst!
“Die Bibliothek erschien endlos, in beiden Richtungen versank der Raum in Dunkelheit ohne erkennbare Grenzen. Aber das war nicht weiter wichtig. Eine Beschreibung einer Bibliothek, das ist, als ob man ein Gemälde von Turner betrachtet und anfängt, über den Rahmen zu reden. An allen Wänden standen Bücher, Reihe an Reihe, Regal an Regal. Hunderte, Tausende, Millionen von Büchern. Gebundene Bücher, Taschenbücher, Lederfolianten, unkorrigierte Leseexemplare, handgeschriebene Manuskripte, ganz einfach alles. Ich trat näher heran und berührte mit den Fingerspitzen die Buchrücken. Sie fühlten sich warm an, und so beugte ich mich vor und legte mein Ohr an die Bücher. Ich hörte ein entferntes Summen, das Dröhnen von Maschinen, das Reden von Menschen und Straßenverkehr, Möwengekreisch, Gelächter und tosende Wellen, den Wind in den Zweigen, entfernten Donner und schweren Regen, einen Schmiedehammer und spielende Kinder – Millionen von Geräuschen, die alle gleichzeitig stattfanden. Die Wolken wichen von meinem Gemüt und in einem Augenblick der Erleuchtung begriff ich die Natur der Bücher. Sie waren nicht nur eine Fülle von säuberlich auf den Seiten versammelten Wörtern, die den Eindruck von Wirklichkeit vermitteln – jeder dieser Bände war tatsächlich Realität.”
„Der Nachtzirkus“ von Erin Morgenstern
Ullstein Verlag
ISBN: 978-3-550-08874-2
Diejenigen die mich kennen, wissen, wie wichtig für mich die Gestaltung eines Buches ist. Ich mag es, wenn ein Buch gut aussieht und am besten ist es, wenn es neu und ungelesen ist, bis ich es lesen darf. Es war für mich also eine besondere Freude, „Der Nachtzirkus“ von Erin Morgenstern in den Händen zu halten, denn der Ullstein Verlag hat ein schönes, bibliophiles Buch herausgegeben. Das Cover ist in schwarz, weiß, grau und rot – den Farben des Zirkus – gehalten, die Vorsatzblätter sind wie die Zirkuszelte gestreift. Außerdem funkeln einige Umschlagelemente dank der Hologrammfolie, wenn man das Buch bewegt.
Bei „Der Nachtzirkus“, der im Titel erwähnt wird, handelt es sich um den Cirque des Rêves, den Zirkus der Träume, der plötzlich, ohne Ankündigung, in einer Stadt erscheint und nur nachts geöffnet ist. Wo immer die charakteristischen Zelte aufgebaut werden, wird der Zirkus mit viel Freude und großem Interesse empfangen, denn die dargebotenen Veranstaltungen sind fantastisch und wurden noch nie gesehen. Hier spielt die Magie die wichtigste Rolle, denn im Zirkus sind echte Zauberer beschäftigt. Viele denken jedoch, dass es sich um Illusionen handelt, und nur wenige haben eine Ahnung davon, was im Zirkus wirklich vor sich geht.
„Mehr als ein Kirmes. (…) Und auch mehr als ein Zirkus, oder zumindest einer, wie ihn noch niemand gesehen hat. Nicht ein großes Zelt, sondern viele, jedes mit einer eigenen Schau. Keine Elefanten oder Clowns. Nein, etwas Raffinierteres. Nichts Gewöhnliches. Es soll anders sein, ein einzigartiges Erlebnis, ein rauschendes Fest für die Sinne. Theatralik ohne Theater, Unterhaltung zum Eintauchen.“
Die eigentliche Handlung spielt sich hinter den Kulissen ab. Die Protagonisten Celia und Marco werden schon seit Jahren darauf vorbereitet, an einem Magier-Wettkampf teilzunehmen, bei dem nur einer von ihnen, der Beste, gewinnen kann und überleben wird. Celia wird von ihrem Vater, den Zauberer Prospero, Marco von seinem Betreuer Alexander (A.H.), der ihn als kleinen Jungen aus einem Waisenhaus geholt hat, geschult, und auf harte Art und Weise wird ihnen die Magie beigebracht.
„Zauberer Prospero ritzt seiner weinenden Tochter mit einem Taschenmesser die Fingerkuppen auf, eine nach der andere, und sieht schweigend zu, wie sie sich beruhigt und die Blutstropfen langsam wieder zurückfließen lässt.“ „Er greift zu einem dicken Briefbeschwerer aus Glas und lässt ihn so fest auf Celias Hand sausen, dass ihr Handgelenk mit einem lauten Krachen bricht.“
Dass es für Celia und Marco sehr schwierig sein wird, diesen Kampf auszutragen, kann sich der Leser sehr schnell denken. Es ist nicht verwunderlich, dass die Zauberschüler sich ineinander verlieben. Leider ist das grausame Spiel so konzipiert, dass einer von ihnen gewinnen muss und nur einer gewinnen kann, ohne Rücksicht auf Verluste. Deswegen wird die Handlung in der zweiten Hälfte des Buches immer spannender und magievoller, aber auch menschlicher. Sowohl Celia als auch Marco gehen nämlich mit Prospero und A.H. – dem Mann im Grau, ins Gericht und werden mutig, den alten Zauberer ihre Meinung zu sagen.
„Der Nachtzirkus“ liest sich wie ein Märchen, die Grundidee der Autorin hat mich überzeugt. Die Handlung ist um 1900 angesiedelt, was mir sehr gut gefallen hat, weil ich persönlich die literarische Atmosphäre dieser Zeit mag. Zu dieser Atmosphäre tragen schillernde Gestalten, wunderbare Kleider und tolle Bilder bei. Erin Morgenstern ist es gelungen, eine aussergewöhnliche Welt zu erschaffen, in der man auf Büchern wie auf Schiffen segeln kann:
„Als sie die Augen öffnet, stehen sie auf dem Achterdeck eines Schiffs mitten im Meer. Das Schiff besteht aus Büchern, mit Segeln aus Tausenden von überlappenden Seiten, und das Meer, auf dem es treibt, ist tiefschwarze Tinte.“
Ein wenig hat es mich gestört, dass die Kapitel nicht chronologisch angeordnet sind. Manchmal ist es beim Lesen schwierig nachzuvollziehen, wo man sich gerade in der Geschichte befindet. Zwar handelt es sich oft nur um kleine Zeitsprünge, sie sind jedoch für das Geschehen sehr wichtig und haben mich ab und zu irritiert.
Ich bin zum ersten Mal in den Genuss gekommen, parallel das Buch und das Hörbuch zu genießen. Zuerst hörte ich ein paar Kapitel, die von Matthias Brandt sehr gut und stimmungsvoll vorgelesen werden, und sobald ich wieder Zeit und Muse zum Lesen hatte, habe ich die folgenden Kapitel gelesen, um später wieder das Hörbuch zu hören. Es hat wunderbar funktioniert. Vor allem, weil es sich bei „Der Nachtzirkus“ um ein ungekürztes Hörbuch handelt. Zudem ermöglicht die Audible-App, Lesezeichen zu setzen und Notizen hinzufügen, die ich dann anschließend ins Buch übertragen habe. Es war ein besonderes intensives Hör- und Leseerlebnis und ich freue mich, es bald zu wiederholen.
„Geheimnisse haben Macht. (…) Und diese Macht nimmt ab, wenn man sie mit anderen teilt, deshalb sollte man sie gut hüten. Erzählt man ein Geheimnis auch nur einem Menschen weiter, ein echtes Geheimnis, das wichtig ist, dann verändert es sich. Es aufzuschreiben ist noch schlimmer, denn man kann nie wissen, wie viele Augen es lesen, egal wie vorsichtig man damit umgeht. Man sollte seine Geheimnisse also hüten, wenn man welche hat – zu ihrem eigenen Besten und auch zu deinem.“
Erin Morgenstern hat in ihrem Debüt eine fantasievolle Welt geschaffen, die den Leser begeistert und ihn träumen lässt. Am liebsten würde man selbst den Cirque des Rêves besuchen und die anderen rêveurs treffen. Denn wenn einem das Buch gefällt, wird man zu einem von ihnen, die hinter dem Zirkus her reisen und mit ihm leben. Dann möchte man auch schwarze, weiße oder graue Kleider mit einem roten Element tragen und in die Welt der Magie eintauchen.
„Während du dich vom Cirque des Rêves entfernst und den hereinbrechendem Tag entgegenschreitest, ist dir, als hättest du dich in der Enge des Zirkus wacher gefühlt. Du bist dir nicht mehr ganz sicher, auf welcher Seite des Zauns der Traum ist.“
„Will & Will“ von John Green und David Levithan
cbt Verlag
ISBN: 978-3-570-16103-6
„mein leben fühlt sich so zerrissen an. als bestünde es aus lauter papierschnipseln und jemand hat den ventilator angestellt. aber wenn ich mit dir rede, fühle ich mich, als hätte jemand den ventilator eine zeitlang ausgestellt. als könnte das alles doch einen sinn ergeben. als würdest du alles zusammenfügen.“
John Green und David Levithan haben ein Jugendbuch der Extraklasse geschrieben, um dem Leser ein berauschendes Lesefest zu schenken.
„Will & Will“ erzählt laut der Verlagsinformation von zwei Jungs, die Will Grayson heißen. Eines Tages treffen sie sich zufällig, wodurch ihre Leben verändert werden. Dieses Buch hat jedoch viel mehr zu bieten. Green und Levithan schreiben in ihrem Roman über die Liebe, über den Weltschmerz, über das Erwachsenwerden, über Beziehungen und Depressionen. Sie erzählen von Verrat, Homosexualität und von Enttäuschungen. Es ist ein Buch, in dem ein Musical und das Internet eine wichtige Rolle spielen. Außerdem ist “Will & Will” ein Roman über Tiny Cooper, einen großgewachsenen Homosexuellen, der das Bindeglied zwischen allen Beteiligten darstellt und der um jeden Preis eine Musicalaufführung über die Liebe auf die Beine stellten möchte. Vor allem jedoch ist es ein Buch über Freundschaft und darüber, wie wichtig sie im Leben ist.
„Als ich klein war, hat mein Vater immer zu mir gesagt: >>Will, du kannst dir deine Freunde aussuchen und du kannst bei dir in der Nase bohren, aber in den Nasen deiner Freunde hat dein Finger nichts zu suchen.<<“
Die Autoren beschäftigen sich in “Will & Will” mit der jugendlichen Verzweiflung und damit, wie es ist, seinen Platz auf der Welt, in der Gesellschaft, auch wenn das „nur“ die Schulgemeinschaft ist, zu finden. Sie widmen ihre Aufmerksamkeit der Beziehung der Jugendlichen zu ihren Eltern und wie sie durch die äußeren Umstände beeinflusst wird.
„sie tut mir leid – ehrlich leid. ich schäme mich aufrichtig dafür, wirklich, dass ich nicht ohne mutter ausgekommen bin. es kann nicht leicht sein, mich als sohn zu haben. nichts kann einen auf eine solche entäuschung vorbereiten.“
„Ich habe die Nase voll davon, immer herumgeschubst zu werden und es auch mit mir machen zu lassen. Von meinen Eltern herumgeschubst zu werden ist das eine. Aber auch noch von Tiny Cooper herumgeschubst zu werden – erst die Sache mit Jane, dann soll ich mir einen gefälschten Ausweis besorgen, dann lacht er mich aus, weil dabei nur Scheiße herausgekommen ist, und dann lässt er mich hier sitzen, mit einem ziemlich miserablen Hotdog, wo ich noch nicht einmal richtig gute Hotdogs besonders gern mag. Das ist ein riesengroßer Bullshit.“
John Green und David Levithan nehmen kein Blatt vor den Mund, schreiben ehrlich und schonungslos, haben keine Angst, Schimpfwörter zu benutzen, wodurch die Atmosphäre und die Verzweiflung der Jugendlichen widerspiegelt wird. Mit diesem Roman ist den Autoren ein authentisches und lebensnahes Buch gelungen, ein bisschen verrückt, melancholisch, ab und zu auch süß und lustig, vor allem jedoch gefühlvoll.
Ich habe zum ersten Mal – bewusst – ein Buch gelesen, das von zwei Autoren geschrieben wurde. Bis jetzt konnte ich mir das irgendwie nicht vorstellen. Ich habe befürchtet, dass man die Unterschiede im Schreibstil zu sehr merkt und dass der Lesefluss dadurch erschwert wird. Ich wurde eines Besseren belehrt. John Green und David Levithan haben eine wunderbare Arbeit geleistet, so dass ich sehr neugierig auf andere Bücher der Autoren geworden bin. „Will & Will“ ist in Kapitel unterteilt, die abwechselnd von einem der beiden Wills erzählt werden. Green und Levithan haben jeweils einen Will Grayson übernommen und ihm seine eigene Stimme gegeben, so dass ein wunderbares Charakterspiel entstanden ist. Die Protagonisten wurden von den Autoren sehr lebensnah gezeichnet und haben mich beeindruckt. Die Jugendlichen sind nicht perfekt, haben ihre Fehler, ihre guten und schlechten Seiten. Sie sind keine Superhelden, sondern Menschen wie wir und zeigen, das man keine Angst vor bestimmten Situationen haben soll, auch wenn man Gefahr läuft, auf die Nase zu fallen.
„ich: weißt du, was mich an der liebe so ankotzt? d.a.w.g.: was? ich: dass es sie nie ohne die wahrheit gibt.“
„Will & Will“ ist ein lustiges Buch, so dass man beim Lesen immer wieder kichern muss.
„Will & Will“ ist ein trauriges Buch, so dass man ab und zu während des Lesens eine Träne wegwischen muss.
„Will & Will“ ist schließlich so ergreifend, dass man bis zum Ende dabei sein möchte und als das Ende naht, vor Spannung erschöpft aber sehr glücklich ist und am liebsten zwischen die Seiten springen möchte, um dort in Chicago dem wunderbaren Ende à la Broadway beizuwohnen.
„Ich meine, wen kümmert schon Sex?! Die Leute tun so, als ob es das Wichtigste auf der Welt wäre. Aber wie kann sich denn unser ganzes Leben als fühlende, denkende Wesen um etwas drehen, das auch Nacktschnecken miteinander treiben? (…) Weißt du, was wirklich wichtig ist? Ohne wen man nicht leben kann! Von wen man sich um Viertel vor sechs aufwecken lässt, ohne zu wissen, warum er einen braucht! Und bei wem hab ich denn in der Nase rumgebohrt, als er total betrunken war?“
Die Sonne geht im Osten auf,
der Osterhas` beginnt den Lauf.
Um seinen Korb voll Eier sitzen
drei Häslein, die die Ohren spitzen.
Der Osterhas` bringt just ein Ei -
da fliegt ein Schmetterling herbei.
Dahinter strahlt das blaue Meer
mit Sandstrand vorne und umher.
Der Osterhas` ist eben fertig -
das Kurtchen auch schon gegenwärtig!
Nesthäkchen findet – eins, zwei, drei,
ein rot`, ein blau`, ein lila Ei.
Ein Ei in jedem Blumenkelche!
Seht, seht, selbst hier, selbst dort sind welche!
Ermüdet leicht im Morgenschein
schlief Kurtchen auf der Wiese ein.
Die Glocken läuten bim, bam, baum
und Kurtchen lächelt zart im Traum.
Di di didl dum dei,
wir tanzen mit unsern Hasen
umfasst, zwei und zwei,
auf schönem, grünen Rasen.
Christian Morgenstern
* * *
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch wunderbar erholsame Ostern.
Genießt die Zeit, findet viele Ostereier und bliebt gesund!
"Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder verstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ... ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. Das glaube ich."