“Schon die Berührung von Ärmeln ist Karma.”
18. Juni 2010 von Bibliophilin
“Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß” von Hiromi Kawakami
Hanser Verlag: 978-3446209992
dtv Verlag: 978-3423138574
Mit einem stillen Lächeln auf den Lippen und unendlicher Melancholie habe ich diese Liebesgeschichte gelesen. So schön wie das Cover ist auch die Geschichte selbst, die ich trotz des hohen Sake-Gehalts verschlungen habe. Denn die Protagonisten sind ständig am Trinken und sich betrinken. Aber das nur so nebenbei…
Kawakamis Roman berichtet von der Annäherung zweier sehr unterschiedlicher Menschen. Der pensionierte Japanischlehrer Harutsuna Matsumoto und seine frühere Schülerin Tsukiko treffen sich nach Jahren wieder und lernen sich beim Sake neu kennen. Tsukiko nennt Harutsuna “Sensei”, was von dem großen Respekt zeugt, mit dem sie ihrem ehemaligen Lehrer noch immer begegnet.
Obwohl beide die Nähe des jeweils Anderen suchen, können trotzdem Monate bis zum nächsten Wiedersehen vergehen. Dann unternehmen sie Ausflüge miteinander, die sie näher zusammen bringen. Und Tsukiko versäumt nicht zu bemerken: “Ich war glücklich, bei ihm zu sein. Einfach nur glücklich.” (Seite 167)
Die (auch erotische) Spannung zwischen beiden Protagonisten wächst, und mit ihr eine Verbundenheit, die jede übliche Konvention sprengt. Schließlich, nach einigen Turbulenzen und Eifersüchteleien, fragt der Sensei seine ehemalige Schülerin: “Würden Sie zum Zweck eines Liebesverhältnisses eine Beziehung mit mir eingehen?” (Seite 172)
“Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß” erzählt eigentlich eine Geschichte mit Happy-End, das nur aufgrund des Altersunterschieds der Liebenden nicht von Dauer sein kann…
“Weit bin ich gewandert, der Frost
dringt durch mein zerschlissenes Gewand
Klar ist der Himmel heute Abend
Doch wie sehr schmerzt mir das Herz.” *
(* Seite 183)





[...] zahlreichen japanischen Literaturpreisen ausgezeichnet. Sie und ihre Werke, wie zum Beispiel auch “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß”, machen Lust auf mehr, auch wenn ihre Geschichten oft melancholisch stimmen und von Verlust [...]
[...] ich vor einiger Zeit Kawakamis Bücher “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß”, “Am Meer ist es wärmer” und jetzt Potentes “Zehn” gelesen habe, bin ich [...]