Leo Tolstoi hat gesagt:
19. Juli 2010 von Bibliophilin
“Es gibt zu viele Bücher, und was für Bücher man jetzt auch schriebe, die Welt geht weiter ihren Gang. Käme Christus zu uns und gäbe das Evangelium in Druck, unsere Damen würden sich nur bemühen, seine Autographen zu bekommen. Wir müssen aufhören zu lesen und zu reden, wir müssen handeln.”

Für mich kann es nicht genug Bücher geben. Ich kann handeln, aber ich brauche auch das Lesen, Schreiben und auch das Reden.
Was denkt Ihr darüber?





Erst einmal Dankeschön für dieses tolle Bild und Zitat!
Ich würde sagen, es ist eine Mischung aus allem: Dem Lesen, dem Reden, dem Schreiben und dem Handeln. Eins bedingt das andere. Man kann sie nicht trennen. Sie ergänzen sich und hat nicht alles auch mit dem Verarbeiten und Inspirieren zu tun?
Liebe Grüße
Klappentexterin
Ich finde es interessant, dass das jemand sagt (ich meine Tolstoi), der selbst viele Bücher geschrieben hat und der wahrscheinlich auch viel gelesen hat…
Ja, das erstaunt mich auch. Aber kennen wir weitere Hintergründe, die ihn dazu bewogen haben, dass er das formuliert hat?
… das Wort ist eine Handlung, wenn wir es mit Leben füllen – so in etwa verstehe ich die Zeilen von Tolstoi. Ich glaube, ein Schriftsteller wie er wollte im Schreiben dem Leben sehr nahe sein. Im Wort zu handeln – das ist vielleicht der höchste Anspruch, den ein Schriftsteller an sich selbst stellen kann. Weil sich darin für ihn auch ein ethischer Ansatz abzeichnet. Er will schreiben, um zu handeln. Und ich gehe noch weiter. Auch ein Gedanke ist eine Tat. Vielleicht sieht darin gerade ein Schriftsteller wie Tolstoi eine ungeheuere Freiheit. Die Freiheit des Denkens, die Freiheit des Wortes, die niemand brechen kann.
Ein sehr schönes und nachdenkenswertes Tolstoi-Zitat hast Du hier ausgewählt!
Ich danke Dir, Karin. Ich finde, Du hast es auf den Punkt gebracht!
Ich finde Karins Erläuterung ganz wunderbar, aber darf ich noch etwas ergänzen? Tolstoi spricht ja auch explizit den Hype um Bücher an, bzw. um die Autoren. Wer nur noch schwärmt und sich von der Masse mitreißen lässt, der hinterfragt nicht mehr. Und so werden nur noch Trends gelesen. Andere wichtige Worte können da den Augen entgehen. Was das Auge nicht sieht, kann vom Hirn nicht aufgenommen und verarbeitet werden. So gehen Worte, die ein Fühlen und Handeln auslösen, verloren. Es kommt also nicht darauf an, dass es zu viele Bücher gibt, sondern dass sie nicht bewusst gelesen werden. Manche Bücher wollen eben nicht nur unterhalten. Sie haben weit mehr zu bieten.
Mich würde mal interessieren, wann Tolstoi das geäußert hat. War er da schon “etabliert” und hatte dementsprechend seinen literarischen Stempel weg, gegen den er sich schriftstellerisch nicht mehr wehren konnte?
Ihr Lieben, ich danke Euch für Eure Ideen und Eure Worte. Endlich komme ich dazu Euch zu beichten, dass ich nicht weiß, aus welchem Jahr dieses Zitat stammt. Ich habe versucht es in der tiefen allwissenden Welt des Internet herauszufinden, leider ohne Erfolg.
Dieses Zitat habe ich einem kleinen Diogenes-Bändchen entnommen “Warum lesen? Warum nicht?”
Ein schönes Wochenende!