Bescheid zu wissen war viel trauriger als Ahnungslosigkeit.
23. Juli 2010 von Bibliophilin
“Am Meer ist es wärmer” von Hiromi Kawakami
Hanser Verlag
ISBN: 978-3446235533
“Ob mein Mann sterben wollte?
Oder war er verschwunden weil er leben wollte?”
Rei, Kei und Momo konnten nicht lange als eine glückliche Familie zusammen leben. Denn als Momo drei Jahre alt war, verschwand plötzlich ihr Vater Rei. Kei und Momo leben von nun an mit Keis Mutter zusammen.
Kei, eine Schriftstellerin in ihren 40ern, hat dreizehn Jahre später das Verschwinden ihres Mannes noch immer nicht verwinden können. Auch ihre jahrelange Beziehung zu dem verheirateten Senji hat ihr keinen Halt gegeben. Deswegen begibt sie sich schließlich auf die Suche nach ihrem Mann, auch wenn sie sich bei diesem Unternehmen droht selbst zu verlieren – oder ihre Tochter. Kei und Momo hatte immer eine besondere Beziehung verbunden, vor allem nachdem Rei verschwunden war. Jetzt fällt es Kei schwer zu verstehen, warum ihre Tochter kaum mehr mit ihr redet und sich besser mit der Großmutter versteht.
Kei fühlt sich plötzlich verfolgt, spürt immer wieder einen leichten Luftzug und die unerklärliche Präsenz eines Verfolgers. Eines Tages erscheint ihr eine Frau, die nicht von dieser Welt ist und die sie auf der Suche nach Rei begleiten wird. Die Präsenz aus dem Jenseits gibt Kei das bedrohliche Gefühl, sich aufzulösen, als müsse sie verschwinden, als müsse sie sterben. Und so beginnt sie sich zu fragen, ob es Rei auch so ergangen sein könnte. Zwischen Resignation und Hoffnung fährt Kei nach Manazuru, um in dem Fischerdorf die Wahrheit über Rei zu erfahren. Warum hat er kurz vor seinem Verschwinden den Namen des Dorfes in sein Tagebuch geschrieben? Das will und muss Kei endlich herausfinden.
So schön wie das Cover ist diese Liebesgeschichte von Hiromi Kawakami. Hier scheint nichts real zu sein, bis Kei eines Tages entscheiden muss, ob sie sich weiter der Suche nach Rei widmen oder für ihre 16-jährige Tochter da sein soll. Es ist kein Wunder, dass Kawakami eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen Japans ist. Ihre Bücher wurden mit zahlreichen japanischen Literaturpreisen ausgezeichnet. Sie und ihre Werke, wie zum Beispiel auch “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß”, machen Lust auf mehr, auch wenn ihre Geschichten oft melancholisch stimmen und von Verlust handeln.





Das klingt nach einer wunderschönen Geschichte! Danke für den Lesetipp!
Es ist wunderschön, wie auch andere Geschichten von Kawakami…
Das ist ein Zufall, gerade habe ich Kawakamis Liebesgeschichte “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß” auf meinen Bücherstapel mit Neuanschaffungen gelegt und freue mich auf die Lektüre. Dein Buchtipp steht jetzt mit auf meiner Bücherwunschliste!
Danke für die Leseempfehlung!